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Aktuelles

Handball: Saisonrückblick 1. Herren

Die zweitmeisten erzielten Treffer ligaweit, dabei rund 30 Tore im Schnitt, Platz 5 in der Endabrechnung. Klingt für den Außenstehenden nach einer Saison voller Spaßhandball und wenigen (Abstiegs-)Sorgen.

DIE 0 STEHT

Dabei nahm die Zahl 5 jedoch gerade zu Saisonbeginn noch eine ganz andere Rolle ein. Nachdem sich die Vorbereitung bereits als schleppend erwies und beim heimischen Paul-Otto-Turnier nach durchwachsenen Auftritten die Gewitterwolken am ansonsten strahlend blauen Himmel der Südstadt nicht mehr zu übersehen waren, konnten auch die ersten Auftritte der Keiler-Sieben wenig zur allgemeinen Erheiterung beisteuern. Knappe Niederlage zum Auftakt gegen Spanbeck, auswärts in Osterode den Kürzeren gezogen, gegen Plesse II ebenfalls nichts Zählbares; erst hast Du kein Glück, dann kommt noch Pech dazu. Das galt für den Spielplan leider genauso: Auswärts bei den Sportfreunden aus Söhre nichts zu bestellen gehabt, die Woche darauf auch noch der spätere Titelträger aus Himmelsthür zu Gast im Göttinger Süden. Bilanz: 5 Spiele, 5 Niederlagen, letzter Tabellenplatz, willkommen auf dem harten Boden der Tatsachen.

DOPINGMITTEL GRÜNKOHL

Abstiegskampf also. Aus Verbandsligazeiten war das den Älteren noch geläufig, dass man sich in der Landesliga nun auch mit dem Thema auseinandersetzen musste, ließ nun zumindest die Alarmglocken angehen. Zum traditionellen Grünkohlessen kündigte sich zu allem Überfluss die HSG Schoningen/Uslar/Wiensen an, der nächste potenzielle Titelkandidat. Der erhoffte Gamechanger oder der nächste Nackenschlag?

Es wurde der vielzitierte Dosenöffner. Nach einem disziplinierten Auftritt und lautstarkem Support von der Tribüne leuchtete nach 60 Minuten ein 28:25 von der Anzeigetafel, die ersten Punkte waren endlich im Sack. Und dass trotz sechs vergebener Strafwürfe, was an diesem Abend eine Quote von 100% bedeutete. Den anschließenden Feierlichkeiten tat dies dann aber keinen Abbruch mehr, es war vielleicht das Highlight überhaupt in dieser Spielzeit, auch weil dieser Sieg für die Keiler so unermesslich wichtig war. In der folgenden Partie wurden die Punkte mit einem souveränen Sieg gegen den Northeimer HC II vergoldet, die Lage damit verbessert, im Tabellenkeller blieb man erstmal dennoch.

DAS CORONA-COMEBACK

Daran sollte sich für die kommenden drei Monate wenig ändern. Der bange Blick auf die täglich steigenden Infektionszahlen mit dem Corona-Virus ließ bereits seit geraumer Zeit erwarten, dass es zu einer erneuten Unterbrechung der Saison kommen würde, kombiniert mit der bangen Frage, was bei einem Abbruch passieren würde, standen die Südstädter zu diesem Zeitpunkt doch noch auf einem Abstiegsplatz. Auch die MTV-Herren wurden oftmals nicht verschont, Trainingsausfälle, um die Infektionskette zu brechen, häuften sich, die Spielverlegungen in der ganzen Liga ohnehin. Der erste Auftritt nach der langen Abstinenz ging denkbar knapp zu Hause gegen die Sportfreunde Söhre II mit 30:31 verloren, in der Folgewoche holte die Kemke-Sieben in der Fremde zwei eminent wichtige Punkte gegen den späteren Absteiger aus Hornburg. Die Niederlage gegen Himmelsthür durfte man getrost als einkalkuliert abschreiben.

DER ZUG HAT KEINE BREMSE

Was die Buchmacher jedoch wohl kaum vorausgesehen haben dürften: Geismar hatte plötzlich eine direkte Zuganbindung, denn nicht nur der Aufstiegszug der befreundeten und benachbarten Fußballer des RSV Göttingen 05 randalierte wochenlang ohne Niederlage durch Liga, auch beim MTV hatte der Zug ab Ende März keine Bremse mehr. Ganz gleich ob zu Hause oder auswärts, in den kommenden neun (!) Spielen blieben die Südstädter ohne Niederlage, bei einer beeindruckenden Bilanz von sieben Siegen und zwei Remis. Selbst den knüppelharten Mai (inklusive klimaneutraler Auswärtsreise nach Bad Harzburg mit dem, jawohl, Zug) mit fünf Spielen innerhalb von 17 Tagen überstand man schadlos. Die Serie spülte die Mannschaft des scheidenden Trainers Dominik Kemke auf Platz vier, vorzeitiger Klassenerhalt inklusive. Der Schmerz der Niederlage am letzten Spieltag in Uslar und das Abrutschen auf Platz 5 hielten sich nach dieser Achterbahn-Saison aber de facto in Grenzen.

DER NEUE UND SEIN FAHRPLAN

Zum letzten lockeren Aufgalopp der Spielzeit stellte sich zudem bereits der neue Mann auf der Kommandobrücke, Trainer Sebastian Flechtner, vor. Die erste Trainingseinheit beim gebürtigen Braunschweiger, der seine handballerische Ausbildung im traditionsbehafteten Mindener Umland absolviert hat, hat bereits einen Einblick in den innovativen Geist und das Konzept seiner künftigen Arbeit offenbart. Und dass es der Vorbereitungsplan in sich haben würde, das war zumindest den älteren Spielern in der Truppe klar. Freiwillig gegangen ist aber beim Anblick dessen zumindest noch keiner, angeblich sind einige sogar schon wieder in Laufschuhe geschlüpft. Motivation ist auch genug da, schließlich warten unter anderem zwei Derbys gegen Rosdorf auf uns! 

Insofern: Tschüss Dom und danke für alles!
Herzlich willkommen im Team Seb!
Bis zur kommenden Saison, wir halten Euch auf dem Laufenden!

Eure 1. Herren

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